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Indische Sport-Sterne: Diamant mit Brillanten in der Nase
Mit Sania Mirza fiel indischer Tennisstar vom Himmel, der mit GP-Neuling Karthikeyan dem Land neue Dimensionen eröffnet.
DUBAI (fs). Was weiß unsereins schon vom Sport in Indien? Wenig bis nichts. Na ja, früher waren sie Lehrmeister im Landhockey, fast unbesiegbar. Ihnen ging's wie den englischen Kolonialherren im Fußball. Was blieb, das war die Cricket-Mania. Stars wie Tendulkar oder Ganguly sind Ikonen. Aber vor Jahren wurden Zacken aus der Krone gebrochen. Ob sie's glauben oder nicht - Manipulationen setzten Cricket ins kriminelle Zwielicht. Der Wettskandal ließ auch dort grüßen. Very british heißt nicht immer Fairplay.
Längst überwunden. Indien hat neue Sterne in anderen Sportarten entdeckt. Ein Mann und eine Frau, ein Twen und ein Teenager, sorgen für Schlagzeilen. Einer heißt Narain Karthikeyan, ist 28 und hat als erster Inder den Sprung in die Formel 1 geschafft. Karthikeyan debütiert Freitag im Jordan-Cockpit in Melbourne, da muss der erprobte Testfahrer von früher froh sein, wenn er nicht ganz hinten steht. Trotzdem gilt er daheim als Mega-Star, der auch Werbung für einen geplanten Grand-Prix im Milliarden-Volk betreibt.
Narain hin, Formel 1 her - eine 18-jährige hat Karthikeyan die Show gestohlen: Sania Mirza. Mit der 1,54 m kleinen Brillen- oder Haftschalen-Trägerin, Brillant in der Nase, fiel Indiens erster weiblicher Tennisstar vom Himmel. Einst hatten die Krishnans, Kumars, Amritrajs allerorten zugeschlagen, sogar den Daviscup gewonnen, aber Frau im Tennis? Tabu! Inzwischen geht Indien aber mit der Zeit. Und jetzt lässt ein Teenager die Herzen daheim hochschlagen. Nicht nur, weil Sania, die Juniorengröße, die Endspiele erreichte, beim Australian Open gar Serena Williams in der 3. Runde geärgert hatte. Nicht nur, weil sie danach als erste Inderin ein WTA-Turnier gewann - notabene in Indien, in Haiderabad.
Was sich Dienstag in Dubai abspielte, wo hunderte indische Fans und Auswanderer in Freudentaumel verfielen, war unbeschreiblich. Sania Mirza, gehandicapt durch einen lädierten Knöchel, den sie mit Schmerztabletten bei 0:3 im 1. Satz betäubt hatte, spielte dann gegen die US-Open-Siegerin Swetlana Kusnetzowa wie in Trance. "Ich glaub', ich hab jeden Ball getroffen!", jubelte Sania nach dem sensationellen 6:4, 6:2, mit dem sie ins Viertelfinale einzog. Respektlos und risikoreich hatte sie der Russin einen "Winner" nach dem anderen um die Ohren geschlagen. Fabelhaft. A star was born. Daheim allerdings ist sie bereits ein Idol, das sich der Werbeangebote und Heiratsanträge kaum erwehren kann. Indien hat den Sport entdeckt.
Quelle: Die Presse.Com
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